Kurzer Statusbericht nach 20 Monaten Rohkost, 17.08.17

Tomaten 2017 Ein Jahr und 8 Monate sind vergangen, seit meiner Umstellung auf eine rohe, pflanzenbasierte Ernährung. Meinen ersten Statusbericht von Anfang 2016 findest du hier...

Die Zeit vergeht, jedenfalls nach den ersten Wochen einer Ernährungsumstellung. Jetzt ist August. Das beste Wetter, um im eigenen Garten viel zu ernten. Mehr als eineinhalb Jahre mit ausschließlich roher Nahrung sind nun schon wieder rum. Ich mache seit Beginn meiner Umstellung auf Rohkost keine Ausnahmen. Nicht alles was ich esse ist immer 100% Bio, aber alles, was mir durch Mund und Speiseröhre wandert, ist roh und ungekocht. Im Moment gehe ich auch davon aus, dass sich das nicht mehr ändern wird oder jedenfalls nicht so schnell. Bio hat natürlich immer Priorität, ganz klar. Aber nicht immer und überall ist das machbar.

Auf meinem täglichen Speiseplan stehen zur Zeit viele Wildkräuter blank oder als Salat, wilde Smoothies, reifes Obst und eingeweichte Nüsse. Gelegentlich mache ich mir auch gekeimte Sachen wie Sonnenblumenkerne, Süßlupine oder Erbsen und anderes. Kurzer Nachtrag 08.09.18: Aktuell ist meine Favoritenmischung Sonnenblumenkerne mit Sesam, 1-2 Tage in Wasser eingeweicht. Im Sommer kommt fast alles Grüne aus dem eigenen Garten oder von einer saftigen Wiese in meiner Nähge. Dort sind Vogelmiere, Franzosenkraut, Löwenzahn, Portulak, Fuchsschwanz, Sauerampfer, Wiesenlabkraut, Hühnerhirse, alle Wegeriche und einiges mehr meine besten Freunde geworden. Sie wachsen oft in stiller Nachbarschaft mit Tomaten, Gurken, Kürbis und Zucchini, verschiedenen Kohlgemüsen, roter Beete, Sellerie, Beeren und anderen Gemüsesorten und Kräutern. Was reif ist wird gegessen.

Zu meinen Rückenbeschwerden: Sie sind noch da. Aber sie sind deutlich zurück gegangen und ich bezeichne sie nicht mehr als Schmerzen. Oft gibt es viele Tage hintereinander, wo ich den Rücken fast gar nicht mehr merke, wie früher als ich jung war. Es macht mir dann an diesen Tagen wieder echt Spaß mich zu bewegen oder auch im Büro zu sitzen und mich auf die Arbeit zu konzentrieren (was bis Ende 2015 ein riesiges Problem war). Etwa dreimal die Woche gehe ich ins Fitnessstudio, seit der Umstellung wieder regelmäßig. Danach fühle ich mich meistens wie neu geboren. An bestimmten Geräten muss ich aufpassen, dass ich den Rücken nicht überstrapaziere. Joggen geht noch nicht. Das habe ich mir aber für später fest vorgenommen. Ich habe jedenfalls Geduld.

Was esse ich zur Zeit? Meine Vorlieben haben sich gegenüber dem letzten Jahr doch etwas verändert. Von frischen, saftigen Wildkräutern kann ich im Moment nicht genug bekommen. Jede Gemüsemahlzeit beinhaltet fast nur das Grüne aus dem eigenen Garten (siehe oben) oder von sauberen Wiesen der Umgebung. Oft mache ich mir dann aus allen Zutaten einen Smoothie. Wenn ich guten Hunger habe, lasse ich dafür alles andere stehen. Ein paar Stunden danach schmeckt mir allerdings auch wieder süßes Obst sehr gut, was ich aber ebenfalls, so oft es gut, zusammen mit grünen Kräutern esse (z.B. Melisse, Minze, Vogelmiere, Petersilie u.a.) Ich habe aber auch nichts dagegen, alle Wildkräuter pur zu essen, zusammen mit Avocado, Tomaten oder Gurke. Pilze, vor allem Champignons sind auch sehr lecker. Mittlerweile habe ich mir so fantastische Kombinationen für den Mixer ausgedacht, dass ich jedesmal von Geschmackserlebnis begeistert bin. Da bringt mich dann auch kein anderes 'normales' Essen meiner Familie aus dem Konzept, was oft mit auf dem Essenstisch steht. An den Geschmack und verschiedene Mixes von Wildkräutern kann man sich sehr stark gewöhnen.

Was trinke ich? Oje, das darf ich wahrscheinlich keinem erzählen, aber ich trinke seit Anfang des Jahres 2017 so gut wie keine der üblichen Flüssigkeiten mehr, auch fast kein Wasser. Wenn es sehr heiß ist und gerade nichts anderes verfügbar, trinke ich auch mal Wasser. Das ist selbstverständlich. Normalerweise jedoch decke ich meinen täglich Flüssigkeitsbedarf aus der Nahrung, wie es auch viele Tiere übrigens tun. Besonders angetan haben es mir alle Sorten von Melonen. Eine kleine Wassermelone verschwindet dann schon mal schnell in meinem Bauch. Vielleicht werden manche jetzt sagen: Naja, dann brauch er sich nicht wundern, wenn der Rücken immer noch drückt, wenn er kein Wasser trinkt. Das ist natürlich Quatsch - die Beschwerden waren um ein Vielfaches schlimmer, als sie es jetzt sind und ich habe damals über Monate immer wieder viel Wasser getrunken, literweise. Außerdem denke ich mittlerweile auch, dass Wasser nicht gleich Wasser ist und es große Unterschiede gibt, siehe z.B. EZ-Water, Video Gerald H. Pollack. Sauberes Wasser aus Wasserhähnen oder aus Flaschen im Supermarkt steht aus meiner Sicht nicht mehr zur Verfügung. Plastik- und Hormonrückstände können auch Kläranlagen nicht wegfiltern. Dafür gibt es die für unseren Körper notwendige Flüssigkeit in sehr vielen Früchten und Gemüsesorten. Obst, auch heimisches Obst, hat durchweg mehr als 80% Wasseranteil. Melonen enthalten etwa 90% Wasser in ihren Zellen und sie wachsen in warmen Sommern auch in Mitteleuropa. In diesem Jahr habe ich im Frühjahr das erste Mal testweise drei kleine Melonenpflänzchen gesetzt (im Freiland). Es sind zwar auch nur 3 Melonen bisher gewachsen, aber das werden im nächsten Sommer bestimmt mehr sein...