Neustart mit Rohkosternährung am 25.12.15

Eine Erkenntnis, eine Idee, ein Buch, ein Satz, ein seltsam klarer Moment im Bewusstsein und ein entscheidender Schalter im Kopf legt sich um, dauerhaft. Diese Situation hatte ich kurz vor Weihnachten 2015. Ich erinnere mich noch sehr genau, dass ich mich wie schon Jahre zuvor, vor dem Weihnachtsfest regelrecht fürchtete, weil sich in dieser Zeit die Schmerzen im Rücken scheinbar immer noch verstärkten. Ich saß mal wieder irgendwie krumm und schief am Rechner (weil es nicht anders ging, langes Sitzen ging damals gar nicht) und suchte mehr aus Verzweiflung bei Google nach 'Rohkost' und 'Arthrose'. Ich landete schnell auf arthroseselbsthilfe.de. Das war die Initialzündung, wie ein Blitz der mich traf. Dieser Moment brachte mich wieder auf meinen Weg, den ich vor vielen Jahren schon einmal gegangen bin. Leider klappte es damals nicht so gut. Ich machte in den darauf folgenden Jahren viele Fehler in Sachen Ernährung. Auch Probleme innerhalb meiner Familie waren ausschlaggebend dafür, dass ich nach etwa eineinhalb bis zwei Jahren ausschließlich roher Nahrung mich wieder nach und nach mit der weitgehend vegetarischen Ernährung meiner Familie arrangierte. Diese Umkehr hat mich jedoch nie richtig glücklich gemacht. Eher war das Gegenteil der Fall. Im Kopf bin ich nicht mehr von der Rohkost weggekommen und habe in den Jahren danach oft auch 'rohe Tage' in mein Alltag eingebaut. Die waren aber selten. Meine Schmerzen im Rücken und im Becken, die 1993 begannen, rückten leider nur manchmal für eine Zeit lang in den Hintergrund. Oft hielten sie über viele Monate an. So begleiteten mich die Schmerzen über viele Jahre.

Am 21. Dezember 2015 war es nun erneut soweit, meine Ernährung umzustellen, von einer durchwachsenen vegetarisch-instincto-roh-Variante auf ausschließlich rohe Nahrung. Zu Weihnachten habe ich bei meinen Eltern noch unser tolles schlesisches Traditionsessen genossen, eine Malzbiersuppe aus Schlesien mit viel Zwiebeln, Sellerie und einigen Würsten für den 'Geschmack'. Das waren dann aber die letzten Zuckungen jahrelanger Gewohnheit. Vor dem Weihnachtsfest gab es einen Punkt, der mich sehr intensiv über meine letzten 10-15 Jahre nachdenken ließ, mehr als man das für gewöhnlich tut. Der andauernde, flächig verteilte Schmerz im Rücken und andere körperliche Probleme wollte ich einfach nicht mehr ertragen müssen! Einige Monate lang habe ich immer wieder schon versucht, von Brot und Nudeln etc. wegzukommen, in dem ich viel mit Hirse und Quinoa experimentierte. Das half und Beides kann ich jedem empfehlen, der nicht von jetzt auf gleich einen Umstieg auf rohe Nahrung plant bzw. schafft. Plötzlich hatte ich dann aber auf einmal für mich das Gefühl, jetzt kann ich es wieder. Ich sah auf einmal einen Weg heraus aus meinem jämmerlichen Zustand. Es war wie eine Offenbarung. Ich musste einfach nur noch mitlaufen. Von einem Tag auf den anderen klappte es dann endlich. Alles aß ich von da an wieder roh und ich war glücklich damit.

Jetzt wo ich diese ersten Zeilen schreibe, bin ich sehr froh darüber, diesen Schalter im Kopf wiedergefunden und umgelegt zu haben. Trotzdem ich viele Höhen und Tiefen mit ausschließlich roher Nahrung kenne, ging ich diesen Schritt ganz bewusst. Ich wusste sehr genau, worauf ich mich einließ. Die größten Probleme gab es bei mir und in der Familie vor rund 20 Jahren, als die Kinder noch relativ klein waren. Diese Zeit ist für mich allerdings Geschichte und meine Verantwortung gilt jetzt wieder mehr mir selbst und meinem Körper. Mit dieser Erkenntnis kann ich meine Art zu leben auch wesentlich entspannter umsetzen als früher als die Kinder noch kleiner waren.

Im Verlauf der letzten Jahre dachte ich oft, dass diese lala-vegetarische Ernährung, die ja so viele Menschen praktizieren, eigentlich nicht so dumm sein kann und doch recht gesund sein muss. Sie ist es im Prinzip auch, nur ist entscheidend, womit man vergleicht und welche Maßstäbe jeder Mensch für sich persönlich ansetzt. Ich glaube, dass das Verständnis von vegetarischer Ernährung in den letzten Jahrzehnten stark aufgeweicht wurde. Milchprodukte beispielsweise werden gern auch in vegetarische Lebensweisen eingebaut. Ob das vielleicht sogar bewusst durch die Industrie herbeigeführt wurde, mag jeder für sich selbst entscheiden. Rückblickend muss ich mir aber eingestehen, dass Vegetarisch essen immer auch bedeutete, ich esse mit der Zeit jede Menge tierisches Gedöns mit, was ich besser hätte lassen sollen. Zwar war zu fast jeder meiner Mahlzeiten der Obst- und Gemüseanteil recht hoch und oft auch ausschließlich, für meinen Körper jedoch war das wohl doch nicht so optimal, ganz abgesehen auch von unzureichender Bewegung und zu wenig Schlaf (viel Computerarbeit bis spät in die Nacht). Jedenfalls war das für mich der Stand der Dinge Ende 2015 und den wollte ich grundlegend ändern. Der richtige Zeitpunkt war gekommen. Meine Verzweiflung war so hoch, dass sich in wenigen Tagen ein außerordentlich starker Wille entwickelte, endlich wieder gesund zu werden. Ich kannte den langen Weg, der mir bevor stand.

Gesundheit für sich selbst kann man planen. Der Körper darf jedoch nicht bereits an einem Punkt sein, an dem er den Rückweg aus einer Krankheit nicht mehr schafft. Denn je länger und tiefer man in dieses schwarze Loch der Verzweiflung und des körperlichen Verfalls hinein gerät, umso schwieriger wird der Weg zurück. Millionen Jahre Evolution aber haben ein so geniales System tief im Inneren unserer Zellen verankert, dass eine Umkehr in Richtung Gesundheit und Wohlbefinden zu jeder Zeit möglich ist. Solange unser Herz schlägt, haben wir den Schalter dazu immer selbst in der Hand!

Die letzte Woche im Dezember mit ausschließlich frischer Nahrung habe ich jedenfalls gut überstanden. Wie erwartet und wie ich es von früher kannte, hat der Körper in den wenigen Tagen gleich ein paar Dinge justiert. Doch ich weiß, ich muss Geduld haben und auch auf Entgiftungserscheinungen vorbereitet sein.